Johann Sebastian Bach: Johannes-Passion © Rondeau
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Thomanerchor Leipzig | Akademie für Alte Musik Berlin - Johann Sebastian Bach: Johannes-Passion

Bewertung:

Eine Kritik von Bernhard Schrammek

So gründlich hat in den letzten Jahren und Jahrzehnten niemand mit der Johannes-Passion "aufgeräumt": Anlässlich des 300. Jubiläums dieser ersten Leipziger Passionsmusik von Johann Sebastian Bach hat Thomaskantor Andreas Reize mit akribischer Vorbereitung, höchstem künstlerischen Feingefühl und natürlich besten musikalischen Mitwirkenden eine Einspielungen vorgelegt, die in ihren neuartigen Klängen restlos überzeugt.

Aufgenommen wurde das Stück auf der Nordempore der Leipziger Thomaskirche mit 26 ausgewählten Thomanern, die ebenso wie das Orchester um die Bach-Orgel postiert standen. Die Sopran- und Alt-Arien singen Solo-Thomaner (besonders berührend Leopold Görsch in der "Zerfließe"-Arie). Johannes Lang an der großen Orgel, Raphael Alpermann am Cembalo und Lee Santana an der Laute sorgen für eine sensationell abwechslungsreiche Continuo-Grundierung, David Fischer ist ein exzellenter Evangelist. Andreas Reize führt mit dramatischem Spannungsbogen durch das gesamte Werk und treibt seine Thomaner zu Höchstleistungen an.

Ganz klar eine neue Referenzaufnahme, die sich signifikant von den vielen anderen Einspielungen der Johannes-Passion abhebt.

Bernhard Schrammek, rbbKultur